Häufige Fragen

Wer steht hinter dem geplanten Windpark auf dem Grenchenberg?

Das Projekt Windkraft Grenchen ist ein Projekt der SWG. Für die Projektentwicklung arbeitet die SWG mit der Grenchner Firma Considerate AG zusammen.

Warum will die SWG auf dem Grenchenberg einen Windpark realisieren?

Die SWG will den Anteil an «grüner» und umweltschonend produzierter Energie in ihrem Strommix stetig ausbauen. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag an die Energiewende.

Wie gross wird die Stromproduktion der Windenergieanlagen sein?

Jährlich sollen auf dem Grenchenberg 32'000 MWh Strom aus Wind produziert werden. Diese Menge reicht für den Bedarf von zwei Dritteln aller Grenchner Haushalte und Gewerbebetriebe aus – oder von ca. 7'100 typischen Schweizer Haushaltungen.

Wie viele Windenergieanlagen plant die SWG?

Das Projekt Windkraft Grenchen besteht aus insgesamt sechs Windenergieanlagen, je drei davon in den Gebieten Untergrenchenberg und Tiefmatt.

Wie teuer wird der Windpark?

Für den Windpark auf dem Grenchenberg sind Investitionen von ca. 35 Millionen Franken geplant.

Sind neben dem Windpark auf dem Grenchenberg noch andere Windparks geplant?

Der Kanton Solothurn hat in seinem Richtplan noch vier weitere Gebiete im Jura als Standorte für Windparks festgesetzt: Burg, Homberg, Scheltenpass und Schwängimatt. Westlich vom Grenchenberg, im Kanton Bern, plant die Stadt Biel zusammen mit der Gemeinde Court den Windpark Montoz – Pré Richard. Im Jura wollen unter anderem die Kantone Basel Landschaft, Bern und Waadt weitere Windparks ermöglichen.

Welche Bedeutung kommt der Windenergie in der Schweiz zu?

Die vom Schweizer Stimmvolk im Mai 2017 angenommene Energiestrategie 2050 setzt auf erneuerbare Energie. So soll unter anderem die in der Schweiz produzierte Windenergie wesentlich ausgebaut werden. Bis 2050 sollen jährlich 4,2 TWh Strom aus Wind entstehen, ein Vielfaches der heutigen Produktion. Damit trägt die Windenergie wesentlich zur Realisation des Ausstiegs aus der Kernenergie bei. Ausführliche Informationen und übersichtliche Infoblätter finden Sie unter www.suisse-eole.ch.

Wie steht es um die Ökobilanz der Windenergie?

Eine Windenergieanlage erzeugt während ihrer Laufzeit mindestens 40 Mal so viel Energie, wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung benötigt wird. Die sogenannte graue Energie ist bereits nach einem halben Jahr kompensiert. Am Ende ihrer Lebensdauer können die Anlagen vollständig rückgebaut und recycliert werden – ohne Belastungen für zukünftige Generationen. Dadurch weist die Windenergie im Vergleich mit anderen Energieproduktionsformen eine sehr vorteilhafte Ökobilanz aus.

Hat es auf den Jurahöhen genügend Wind für die Produktion von Windstrom?

In der Schweiz wehen die Winde auf den Höhen von Jura und Voralpen, in den Alpentälern und auf Alpenpässen am stärksten. Während eines Jahres wurden auf dem Grenchenberg die Windverhältnisse gemessen. Mit 24 – 27 km/h (6.5 – 7.5 m/s) auf Nabenhöhe sind die Windverhältnisse im nationalen und selbst im internationalen Vergleich überdurchschnittlich gut.

Was passiert mit dem Gebiet des Windparks?

Windenergieanlagen beanspruchen wenig Boden. Dieser kann weiterhin landwirtschaftlich oder touristisch genutzt werden. Nach Ende der Betriebsdauer von 20 bis 25 Jahren sind Windenergieanlagen spurlos rückbaubar und können fast vollständig rezykliert werden.

Führen die Investitionen der SWG in den Windpark zu einer Verteuerung ihrer Tarife?

Nein, die Strompreise der SWG werden durch den Windpark auf dem Grenchenberg nicht beeinflusst. Das Projekt Windkraft Grenchen ist wirtschaftlich. Die Windenergie kann unter anderem dank der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) mindestens kostendeckend verkauft werden.

Welche Vorteile bringt der Windpark der SWG?

Die SWG kann ihre eigene Stromproduktion dank dem Windpark stark ausbauen. Sie wird kommerziell unabhängiger von Stromlieferanten. Mit dem Windpark kann sie künftig mehr als einen Fünftel ihres Strommixes aus neuen erneuerbaren Energien gewinnen.

Sind die Windenergieanlagen aus der Ferne sichtbar?

Mit einer Gesamthöhe von maximal 160 m werden die Windenergieanlagen auch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen sein. Die SWG bündelt die Anlagen in einem kompakten Windpark mit grossen freien Gebieten. Sie verzichtet auf einzelne, verstreut erstellte Anlagen und auf Anlagen östlich des Obergrenchenbergs.

Ist das Rauschen der Rotorblätter in Grenchen zu hören?

Die Rotorblätter einer Windenergieanlage reiben sich beim Drehen an der Luft. Diese Geräuschemissionen dürfen die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschreiten. Sie werden in Grenchen nicht zu hören sein. Neue Windenergieanlagen sind dank der technologischen Weiterentwicklung deutlich leiser als ältere Modelle.

Entstehen auf dem Grenchenberg durch den Windpark neue Stromleitungen?

Alle neuen Leitungen werden im Boden verlegt und sind nicht sichtbar. Zudem werden alle bestehenden Strom- und Telefonleitungen entfernt und ebenfalls in den Boden verlegt.

Wie gelangen die Windenergieanlagen auf den Grenchenberg?

Für die Transporte der Windenergieanlagen mit speziellen Lastwagen soll die Strasse von Grenchen auf den Grenchenberg genutzt werden. Sie wird dazu an einigen Stellen gezielt verstärkt und angepasst. Nach Betriebsbeginn wird sie den gleichen Ausbaustandard haben wie heute (Klasse 2).

Wie lange werden die Bauarbeiten am Windpark dauern?

Nach der Entwicklungsphase beginnt – voraussichtlich 2020 – die Bauphase. Sie dauert rund ein Jahr. Die SWG plant, den Windpark 2021 in Betrieb zu nehmen.

Werden durch den Windpark Schutzgebiete beeinträchtigt?

Durch den Windpark werden keine Naturschutzgebiete tangiert. Diese wurden bereits im Richtplan ausgeschlossen.

Das Projektgebiet befindet sich in der Juraschutzzone. Im Rahmen der Richtplananpassung sind die Standorte für Windenergieanlagen durch den Kanton sorgfältig ausgewählt worden. Die Juraschutzzone beinhaltet grundsätzlich kein Bauverbot, bedingt jedoch die bestmögliche Integration von Bauten. Die Planung trägt dieser entsprechend Rechnung.

Welche Auswirkungen hat der Windpark auf Vögel?

Vögel können mit den Rotorblättern von Windenergieanlagen zusammenstossen. Dies gilt insbesondere für jagende Greifvögel und Zugvögel. Andererseits kann der Windpark den Lebensraum der im Projektgebiet lebenden Brutvögel beeinträchtigen.

Geeignete Massnahmen können jedoch mögliche Konflikte vermeiden oder vermindern. Dazu gehört beispielsweise, dass Störungen während der Brutzeit auf ein Minimum reduziert werden und die Fläche im östlichen Projektgebiet zugunsten der Heidelerche als extensive Sömmerungswiese aufgewertet wird. Zur Verminderung des Kollisionsrisikos wird im Projekt Windkraft Grenchen erstmals das Radarsystem «BirdScan» eingesetzt, das eine Echtzeit-Messung des Vogelzugs und dadurch eine zeitlich beschränkte Abschaltung einzelner Windenergieanlagen erlaubt.

Wie funktioniert «BirdScan» – das Überwachungssystem für Zugvögel?

Das System über­wacht den Vogelzug mit Radartechnologie in Echtzeit. Ab einem definierten Schwellenwert löst es die vorüber­gehende Abschaltung der Windenergieanlagen aus. Dadurch reduziert sich die Gefahr eines Zusammenstosses von Vögeln mit den Anlagen auf ein Minimum. Um zu bestimmen, ab welchem Vogelaufkom­men die Windenergieanlagen sinnvollerweise abgestellt werden, führte die Schweizerische Vogelwarte im Herbst und im Frühling mehr­monatige Radarmessungen an unterschiedli­chen Standorten durch. Dabei hat sie nicht nur die Vogeldichte erfasst, sondern auch die zu erwartenden Ausfallzeiten der Windenergieanlagen und das verbleibende Kollisionsrisiko bei bestimmten Schwellenwerten berechnet. Wenn eine Windenergieanlage beispielsweise bei einem Schwellenwert von 50 Vögeln pro Stunde und Kilometer abgeschaltet wird, ver­mindert dies die Gefahr eines Zusammenstos­ses um rund 80 Prozent bzw. auf etwa zehn Vögel pro Jahr. Letztlich werden die zuständigen Behörden diesen Schwellenwert definieren.

Die Grundlage für das Überwachungssystem liefern die vierzigjährige Erfahrung der Schweizerischen Vogelwarte in Radarornithologie sowie das Expertenwissen von Hochschulen und aus der Industrie.
Mehr erfahren

Welche Auswirkungen hat der Windpark auf Fledermäuse?

Während der zehn Monate dauernden Aufzeichnung der Fledermausaktivität im Projektgebiet haben die Breitband-Ultraschalldetektoren zum grossen Teil ziehende Arten erfasst, die besonders im Herbst aktiv sind. Kritisch bedrohte Arten wurden mit rund zwei Prozent nur wenige entdeckt.

In Nächten mit einer hohen Fledermausaktivität im Sommer und im Herbst lässt sich die Kollisionsgefahr mit geeigneten Massnahmen auf ein Minimum reduzieren, indem die Windenergieanlagen je nach Wind und Wetter abgeschaltet werden. Der zur Messung von Vogelzügen entwickelte «BirdScan» soll künftig auch für migrierende Fledermäuse eingesetzt werden können. Ferner soll für lokale Arten die Lebensqualität erhöht werden, indem stufige Waldränder mit einem hohen Laubholzanteil geschaffen werden.

Muss man in den benachbarten Gebäuden des Windparks mit mehr Schatten rechnen?

In der Schweiz gibt es keine gesetzlichen Richtlinien für Schattenwurf. Das Projekt orientiert sich daher an den deutschen Grenzwerten. Falls diese überschritten werden und ein Gebäude durch übermässigen Schatten beeinträchtigt wird, wird die betreffende Windenergieanlage abgestellt oder gedrosselt.

Kann es durch die Windenergieanlagen zu Eiswurf kommen?

Bei hoher Luftfeuchtigkeit und bei Temperaturen unter 2 °C kann sich Eis an den Rotorblättern bilden. Die Vereisung hat unerwünschte Auswirkungen auf die Aerodynamik und die Anlagetechnik. Mit speziellen Oberflächenbeschichtungen wird daher versucht, einen Eisbesatz zu verhindern. Bildet sich trotzdem Eis, wird die Anlage automatisch gestoppt und das Eis mittels Rotorblattheizung kontrolliert abgetaut. Dadurch wird die Gefahr von Eiswurf ganz oder nahezu ganz verhindert.

Warum Grenchenberg?

Erfahren Sie mehr über die Standorte der sechs geplanten Windenergieanlagen.

Daten & Fakten

Hier sehen Sie auf einen Blick die wichtigsten Zahlen zum Windpark auf dem Grenchenberg.

SWG Poscht

Neu gibt es die SWG Poscht auch als Onlinemagazin. Melden Sie sich auch gleich für den Newsletter an.

Webcams

Live-Bilder aus unserem Versorgungsgebiet gibt’s hier.